Mit dem Bild in Dialog treten, sagt sie noch… und zieht von dannen. Naha, gut. Moch ma des.
Ich stelle mich also vor den “Mönch und das Meer”. “Der alte Mann und das Meer”, denk ich mir und schmunzle innerlich.
Mein Blick zieht ein Rechteck von Ecke, zu Ecke, zu Ecke, zu Ecke, dann in die Mitte, zum Mönch, zum Horizont zurück, zum Mönch, auf seine Hände und dann wieder in den geometrischen Mittelpunkt der Malerei.
Also… Was willst du mir sagen?
Die Welt erstarrt. Die Bewegungen der Personen um mich herum frieren ein. Geräusche werden dumpf und hintergründig, zerfleddern und verlieren die Bedeutung, während ein Meeresrauschen in mein Ohr säuselt.
Keine Ahnung, ob meine Augen offen sind oder nicht. Der Himmel und das Meer gehen im Unendlichen, am Horizont, ineinander über. Wellen türmen sich auf. Ich rieche die Gischt; wende meinen Kopf nach links und sehe den Mönch an.
Ergeben, ehrfürchtig, fromm legt er die Hände zusammen; gibt sich der Naturgewalt hin.
Man fühlt die Macht und die Fairness ihrer gewaltigen Massen, die ineinander kollidieren, zerschellen und sich wieder aufheben.. Unfassbare Bläue schiebt sich im Einklang aus Oben und Unten durch das Bild.
Durch das Gewand des Mönches fließen dunkle Hügel… Wanderdünen, die sich mit dem Spiel anfreunden. Das Kleid der Erkenntnis wallt im Gleichklang synchron in zeitloser Schönheit. Einsicht tropft tränenförmig aus den geschlossenen Augen des Begreifenden. Auch er, der glaubt, er habe sein Leben richtigen Werten hingegeben, muss sich der Tatsache öffnen, dass die Schöpfung, die Allmacht und die schiere Größe in Unendlichkeit aufgehend seinen Wahrnehmungshorizont sprengt.
Seine Hände sind zum Gebet gefaltet.
Und die Welt beginnt, sich weiter zu drehen.
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